Werden Innenstadt-Wohnungen immer kleiner?

Ein Beitrag über den Trend von Micro-Appartements und Studentenwohnungen.

Drei Zimmer, Küche Bad – so sieht die Standardwohnung aus. Beziehungsweise so sah Sie aus. Heute gilt, je kleiner desto besser bzw. desto “günstiger”. Es ist sehr wahrscheinlich, dass vor allem in Großstädten immer mehr so genannter Microappartements gebaut & nachgefragt werden. Microappartements weisen bestimmte Lageanforderungen auf, wie eine zentrale Lage und eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Auch die Urbanität (Angebot an Restaurants, Dienstleistungen, etc) ist ein wesentliches Kriterium.
Eine eindeutige Definition, was ein Micro-Apparment überhaupt darstellen soll, gibt es nicht. Im Allgemeinen versteht man darunter eine 20-30 m² Wohnung.
Die immer steigende Nachfrage lässt sich auf den veränderten Nachfragemarkt zurückführen. So liegt mittlerweile der Anteil der 1-Personen-Haushalte in Städten bei über 50 %. In München sprechen wir sogar von einer Single-Hochburg mit einem Solohaushalts-Anteil von 54,4 % (Kennzahl des statistischen Bundesamts).
Immer mehr Menschen wohnen allein und möchten in der Stadt wohnen, um die gesellschaftlichen und kulturellen Vorteile zu nutzen. Klar, dass professionelle Unternehmer dieses Segment bereits für sich entdeckt haben.

Ansehnliche Rendite bei Microappartments

Wohnungen mit weniger m², weisen höhere m² Preise auf. Je mehr m² umso geringer ist i.d.R. auch der m². Deshalb lässt sich mit Microappartments trotz ansteigender Marktpreise noch eine ansehnliche Rendite erzielen. Zu berücksichtigen ist allerdings ein häufiger auftretender Mieterwechsel. Lebensumstände verändern sich und so werden 1 Zimmer Apartments auch schnell zu klein. D.h. ein Portfolio an Microappartments sollte gut organisiert werden, sodass keine Mietausfälle durch Leerstand entstehen. Darüber hinaus kann für Mieter bezahlbarere Wohnraum geschaffen werden.

Kritik an den innerstädtischen Kleinstwohnungen

Das Konzept der innerstädtischen Kleinstwohnungen stößt bei dem Ein oder Anderen auf Kritik. Wird von einigen Seiten bemängelt, dass Familien, sozial Schwache und ältere Menschen aus den Städten gedrängt werden und nur noch Gutverdiener die Innenstädte bewohnen. Andere geben zu Bedenken, dass mit dieser neuen Wohnform noch mehr Menschen in die Großstädte ziehen. Darüber hinaus findet dadurch eine erhöhte Verdichtung in einem normalen Wohnhaus statt, die zu negativen Auswirkungen im Zusammenleben führen kann, soweit von den Architekten schlecht geplant. Beide Kritikpunkte haben Ihre Berechtigung.

 

Preissteigerung weiter zu erwarten

Die Mieten im freien Wohnungsmarkt steigen unaufhörlich. Dabei ist es eine bitterliche Wahrheit, dass Innenstadtwohnungen in Deutschland im Vergleich zu internationalen Märkten wie Hong Kong, New York, Zürich noch recht günstig sind.
In diesen Städten hat sich das Konzept der Kleinstwohnungen bereits vermehrt, in asiatischen Metropolen schon als normale Wohnform etabliert.

Microappartments als moderne Wohnform für Jedermann – Inspiration aus New York

Mikroapartments eignen sich für unterschiedlichste Mieter. Etwa Studenten, Wochenaufenthalter, Geschäftsreisende oder Senioren. Dank ihrer kleinen Fläche können sie zu bezahlbaren Mieten angeboten werden.

 

 

Ein Beispielprojekte in New York:

Das Büro nArchitects hat gemeinsam mit dem Immobilienunternehmen Monadnock Development einen Wohnturm mit 55 Mikro-Apartments realisiert, names Carmel Place. Das Projekt soll einen Beitrag leisten, neue Wohnformen zu finden, mit denen die Wohnungsnot in New York City und anderen Städten mit vergleichbaren Problemen gelindert werden könne, heißt es bei den Initiatoren.

Die Wohnungen sind zwischen 25-37 m² groß. Eine Bewohnerin berichtet “Wenn ich mir die Wohnungen von außen ansehen, wirken sie sehr klein. Wenn ich drin stehe, wirken sie sehr groß”. Das ist wohl die Kunst, Wohnraum minimalistisch einzurichten und eine echte Wohnqualität zu schaffen. Das Carmel Place hat hierfür bereits eine exzellente Schablone für andere Großstädte in die Welt gerufen. Ein Einblick in die Wohnungen unter: https://www.youtube.com/watch?v=ZR_pi7FsZLQ.
Um die soziale Vereinsamung in solchen Häusern nicht aufkommen zu lassen, hat der Architekt eine Sozial Dachterrasse etabliert. Mieter & Nachbarn können sich hier treffen.

Werden Wohnungen in Zukunft wieder kleiner?
Ja, ich denke, dass ist ein Trend, der sich immer mehr durchsetzen wird.

© Janine Blumenauer

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