Die richtige Besichtigung

Die wichtigsten Erfahrungswerte zusammengefasst

Im heutigen Blogbeitrag geht es darum, wie ich als Makler oder Eigentümer oder auch bei der Nachmietersuche eine Besichtigung richtig aufbaue. Wo fange ich an, wo Ende ich?Auf was sollte ich achten und was vermeiden?

Der richtige Ablauf:

Als Eigentümer der seine Immobilie privat verkaufen/vermieten möchten, als Mieter der einen Nachmieter sucht oder als Makler in den Anfängen ist es wichtig zu wissen, wie wichtig eine gut geführte Besichtigung ist.

Besichtigungen die unüberlegt durchgeführt werden, führen zu negativ Eindrücken, die sich vermeiden lassen.

  • Schaffen Sie eine Wohlfühlatmosphäre

In Häusern starte ich immer im Erdgeschoss und zwar NICHT im Gäste-WC im Erdgeschoss. Ich heiße die Suchenden willkommen, lasse sie kurz „ankommen“ und fange nicht gleich im Eilverfahren an.
Das macht es möglich, dass sich Ihr Besucher erst einmal einfinden und wohlfühlen kann. Das ist vorallem vor dem Hintergrund sehr bedeutend, da der Besucher in Ihre Privatsphäre eintritt. Auch wenn Sie daran schon gewohnt sind, weil Sie vielleicht schon einige Besichtigungen hinter sich haben, ist es für den Besucher immer wieder ein Eintritt in einer private Atmosphäre. Sie werden das selbst erlebt haben, wenn Sie bei jemandem noch Fremden das erste mal zu einem Abendessen eingeladen sind – die meisten verhalten sich erstmal zurückhaltend und sind froh darüber, wenn ihnen erstmal ein paar Sekunden gelassen werden, um anzukommen.

  •  Beginnen Sie im Erdgeschoss

Beginnen Sie Ihre Besichtigungstour im Erdgeschoss. Heisen Sie den Besucher willkommen und führen Sie ihn zuerst in Ihr Wohnzimmer.
Vom Wohnzimmer geht es in die Küche, von der Küche ein Blick in die Abstellkammer (bitte sich nicht reinstellen und von Ihrem selbstgebauten Regal erzählen), Flur mit Stellmöglichkeit für eine Kommode, Garderobe und das Gäste-WC (bitte immer darauf achten, dass die Klodeckel runtergeklappt sind).

Vom Erdgeschoss geht es die Treppen hinunter in den Keller. Bitte darauf achten, dass es zumindest ein bisschen aufgeräumt ist und einem nicht die aussortierten Klamotten (die man schon vor einigen Wochen wegbringen wollte ;-)) oder das Sonntagsgeschirr „entgegenfliegt“, wenn man die Kellertür öffnet. Über den Waschkeller, Hobbyraum, Badezimmer geht es wieder hoch ins Erdgeschoss.

Über den Flur geht es weiter über die Treppen ins 1.Obergeschoss in die Schlafzimmer, ggf. mit Balkon. Auf dem Balkon können Sie etwas verweilen und eine kleine „Verschnaufpause“ ermöglichen. Vom Balkon ins Badezimmer.

Weiter hinauf über die Treppen ins Dachgeschoss.
Das Dachgeschoss hat in vielen Fällen durch die höhere Lage eine schöne Helligkeit. Zimmer im Dachgeschoss haben -wenn Schrägen vorhanden sind- eine besonders charmante Atmosphäre. Bitte denken Sie im Sommer daran, das Fenster im Dachgeschoss gekippt zu lassen, auch in den Bädern ist es sinnvoll. Frische Luft fördert das Wohlbefinden.

Vom Dachgeschoss geht es wieder hinunter ins Erdgeschoss, in das Wohnzimmer, wo die Führung begonnen hat. Ich beende meine Besichtigungstouren also immer dort, wo sie begonnen hat, denn Bekanntes schafft Vertrauen.
Ein Blick in der Garten ins grüne schafft Wohlbefinden.

  • Das Haus wirken lassen – Große Wirkung durch wenig Worte

Eigentümer neigen in Besichtigungen dazu, Ihre Immobilie verkaufen zu wollen. Ein guter Wille, jedoch der falsche Weg.
Ein Interessent hat bei einer Besichtigung bereits etliche Eindrücke. Wichtig ist, dass die Besichtigung nur mit ganz wenigen Worten begleitet werden.

Wenn Sie mich in einer Besichtigung erleben, erleben Sie mich überwiegend still. Ich schaffe eine Wohlfühlatmosphäre und weise auf die wirklich wichtigen Dinge hin, so z.B. auf ggf. vorhandene Mängel. Darüber hinaus generiere ich durch gezielte Fragen wie z.B. Sind Sie ein Freund von offenen oder geschlossenen Küchen? – Optionen und Blickwinkel, die Kreativität entfachen und eine Verbindung zwischen dem Besucher und der Immobilie herstellen.

  • Eigene Bewertung und Emotionen vermeiden

Ein sehr wichtiger und für mich immer wieder hoch spannender Punkt.
Als Verkäufer / Eigentümer einer Immobilie werden Sie nicht bestreiten, dass Sie Emotionen zu Ihrer Immobilie haben. Sei es aufgrund der eigenen Arbeit, die sich z.B. in eine Renovierung der Wohnung gesteckt haben, das Elternhaus, das Haus in dem Sie Ihre Kinder großgezogen haben, u.v.m.

Es ist daher völlig verständlich und logisch, dass Kommentare von Besuchern Ihnen negativ auffallen und vielleicht sogar schmerzen.
Sei es eine Kritik an Ihren Vorhängen oder der Kommode, die sie von Ihrer geliebten Mutter geerbt haben.

Diese Emotionen auf beiden Seiten – denn ein Suchender möchte dort ggf. seine Familie gründen, ein neues Zuhause schaffen – führen sehr schnell zu Verhärtungen. Diese Verhärtungen und Ungereimtheiten führen zu einer schlechten Verhandlungsbasis.

Das ist mit ein Grund, warum die Besichtigung mit einem Immobilienmakler -wenn er ein Profi ist- deutlich angenehmer sind, beidseitig. Denn Sie als Eigentümer werden vor der vermeintlichen Kritik geschützt und der Käufer tritt nicht in Fettnäpfchen, die dann einen Nachteil für ihn ergeben  – so gelingt es, sich neutral zu begegnen, und sich in der Reinheit auf der Verhandlung zu konzentrieren.

Kurz: Wenn Sie Ihre Immobilie privat – also ohne einen Profi an Ihrer Seite- verkaufen, vermieten oder einen Nachmieter suchen, versuchen Sie, neutral zu bleiben und ohne Bewertung auf Ihren Besucher zuzugehen.

Als Immobilienmakler sollten Sie stets neutral bleiben. Eigene Emotionen schaden der Sache. Daher erlaube ich mir nie zu urteilen „Wie kann man denn so leben“; „Was haben Sie denn mit dem Haus angestellt“ oder ähnliches. Sie werden mit immer neutral, achtsam und mit höchstem Respekt erleben. Denn nur das schafft ein neutrales Umfeld, eine ideale Verhandlungssitutation und beste Ergebnisse.

Von Herzen viel Erfolg bei Ihren Besichtigungstouren.

© Janine Blumenauer

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